Bankguthaben einer verstorbenen Person gehören zum Nachlass; maßgeblich sind die Erbenstellung, Zugangsrechte, Vertretungsbefugnisse und die rechtlichen Anforderungen der Bank. Die Kenntnis einer Kontonummer berechtigt nicht dazu, Geld abzuheben.
Klären, was vor der Freigabe nachgewiesen werden muss
Die Bank kann Todes-, Erb-, Identitäts-, Steuer- und Vertretungsnachweise verlangen. Rechtsnatur des Kontos und Mitinhaberschaft sind zu prüfen. Ein alter Kontoauszug belegt keinen heutigen Nachlasssaldo. Verwenden Sie weder Passwörter noch Karte des Verstorbenen, auch wenn Sie sich für den einzigen Erben halten.
Ermittlung, Einziehung und Verteilung trennen
Eine Anfrage nach dem Bestehen eines Kontos ist von der Befugnis zu unterscheiden, das Guthaben einzuziehen oder unter Erben zu verteilen. Auslandsüberweisungen können zusätzliche Compliance- und Währungsfragen aufwerfen. Dokumentieren Sie Bestattungs- und Nachlasskosten, statt ohne Beratung Beträge informell einzubehalten. Bei möglicher Überschuldung sollten Sie vor Abhebungen oder Verfügungen die Folgen prüfen lassen.
Verschiedene Vermögenswerte können unterschiedlichen Rechtsregeln unterliegen
Artikel 20 des Gesetzes Nr. 5718 knüpft die Rechtsnachfolge grundsätzlich an das Heimatrecht des Verstorbenen an; für unbewegliches Vermögen in der Türkei gilt türkisches Recht. Andere Fragen, etwa Eröffnung, Erwerb und Teilung des Nachlasses, haben eigene Anknüpfungsregeln. Eine ausländische Nachlassbestellung oder europäische Urkunde begründet daher nicht automatisch eine Befugnis über türkische Immobilien. Bei ausländischen Erben sind auch Grundstückserwerbsberechtigung und Registerbeschränkungen zu prüfen.
Von der Erbenstellung zum nutzbaren Eigentum
Der praktische Ablauf kann Todesregistrierung, Nachweis der Familienbeziehung, Erbnachweis, Ermittlung von Vermögen und Schulden, Steuerformalitäten, Immobilieneintragung und Verteilung umfassen. Streit über Erbenstellung, Testament, Schenkungen oder Besitz kann eine eigene Klage erfordern. Ein Miterbe kann nicht automatisch die gesamte Immobilie verkaufen. Vereinbaren Sie Vertretung und Befugnis schriftlich und unterscheiden Sie Anwaltsmandat von Vollmachten anderer Erben.
Welche Dokumente benötige ich?
Nutzen Sie diese Liste zur Vorbereitung. Bewahren Sie sensible Originale für den vereinbarten Dokumentenkanal auf.
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Kann dieses Verfahren geführt werden, während Sie im Ausland leben?
Viele Nachweisanträge, bevollmächtigte Anfragen und Registerschritte können Anwälte mit geeigneter Vollmacht übernehmen. Gerichtliche Anforderungen, Streitigkeiten und Verkaufsformalitäten können weitere Schritte erfordern.
Ratgeber zur persönlichen Anwesenheit lesenAntworten auf Ihre Fragen.
Darf ein Kind des Verstorbenen dessen Onlinebanking-Passwort benutzen?+
Verwenden Sie keine Zugangsdaten einer anderen Person. Beantragen Sie Auskunft und Auszahlung über das rechtmäßige Nachlassverfahren der Bank.
Kann ein Ausländer Immobilien in der Türkei erben?+
Eine ausländische Staatsangehörigkeit schließt die Erbfolge nicht für sich genommen aus. Anwendbares Erbrecht, Nachweis der Erbenstellung und Beschränkungen beim Erwerb oder Behalten von Grundstücken bedürfen gesonderter Prüfung.
Überträgt ein ausländisches Nachlassdokument türkisches Immobilieneigentum?+
Davon können Sie nicht ausgehen. Rechtsnatur des Dokuments und türkisches Verfahren müssen geprüft werden; weitere Nachweise, eine Anerkennung oder ein türkischer Erbnachweis können erforderlich sein.
Wie lange dauert ein Erbschaftsverfahren in der Türkei?+
Ein unstreitiger Dokumentenantrag unterscheidet sich erheblich von einem Streit über fehlende Erben, ausländisches Recht, Vermögen oder ein angefochtenes Testament. Eine realistische Zeitschätzung setzt die Prüfung der Akte voraus.
Quellen und Umfang
Lesen Sie die maßgeblichen aktuellen Regeln und Anforderungen der Stelle. Allgemeine Hinweise lösen einen konkreten Fall möglicherweise nicht; bei Abweichungen einer Übersetzung gelten die amtlichen türkischen Texte.
Türkisches Zivilgesetzbuch – Gesetz Nr. 4721Familien-, Sachen- und Erbrecht; siehe die in diesem Ratgeber genannten Vorschriften.Internationales Privatrecht – Gesetz Nr. 5718Anwendbares Recht, internationale Zuständigkeit, Anerkennung und Vollstreckbarerklärung.Invest in Türkiye – ImmobilienerwerbAmtliche praktische Hinweise zu ausländischem Erwerb und Immobilienvollmachten.HCCH – Apostille-Übereinkommen, vollständiger TextBestätigung der Herkunft erfasster ausländischer öffentlicher Urkunden, nicht ihres materiellen Inhalts.Dieser Ratgeber ist keine fallbezogene Rechtsmeinung, Ergebnisgarantie oder Vertretungsvereinbarung. Eine Anfrage hemmt keine Frist. Umfang und Honorar jeder Tätigkeit sind mit dem Anwalt zu vereinbaren.
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